Heizungsdruck erhöhen: Wasser nachfüllen Schritt für Schritt

Von Christian Lohmann, Inhaber & Heizungsbaumeister · Stand: August 2026

Sinkt der Druck in der Heizungsanlage unter den Sollbereich, schaltet die Therme ab oder einzelne Heizkörper – meist die in den oberen Etagen – bleiben kalt. Das Nachfüllen ist bei den meisten Anlagen in zehn Minuten erledigt. So gehen Sie vor, ohne etwas kaputt zu machen.

Welcher Druck ist richtig?

Für ein Einfamilienhaus mit zwei Etagen gelten als Faustregel 1,5 bis 2 bar. Grob gerechnet braucht die Anlage 0,1 bar je Meter Höhenunterschied zwischen Therme und höchstem Heizkörper, plus 0,3 bar Reserve. Der grüne Bereich auf dem Manometer Ihrer Therme zeigt den Sollbereich; maßgeblich ist die Herstellerangabe in der Bedienungsanleitung.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Umwälzpumpe ausschalten bzw. die Therme in den Aus-/Standby-Modus stellen und einige Minuten warten, bis sich das Wasser beruhigt hat.
  2. Füllschlauch anschließen: Ein Ende an den KFE-Hahn (Kesselfüll- und Entleerungshahn, meist unten an der Therme oder am Rücklauf), das andere an den Wasserhahn. Schlauch vorher mit Wasser füllen, damit keine Luft ins System gelangt.
  3. Wasserhahn zuerst öffnen, dann langsam den KFE-Hahn – so drückt das Frischwasser in die Anlage.
  4. Manometer beobachten: Langsam füllen, bis der Zeiger im Sollbereich steht. Lieber zweimal kurz als einmal zu viel.
  5. Beide Hähne schließen (erst KFE-Hahn, dann Wasserhahn), Schlauch abnehmen, Restwasser mit einem Eimer auffangen.
  6. Anlage einschalten und entlüften: Nach dem Füllen sammelt sich oft Luft in den Heizkörpern – wie das geht, zeigt der Entlüftungs-Ratgeber. Danach ggf. Druck noch einmal korrigieren.
Achtung: Bei Fußbodenheizungen, Anlagen mit Enthärtungs-/Vollentsalzungspatrone oder wenn der Trinkwasseranschluss dauerhaft mit der Heizung verbunden ist, gelten Besonderheiten (Stichwort Systemtrenner nach DIN EN 1717). Im Zweifel: Finger weg und den Fachbetrieb machen lassen.

Druck fällt immer wieder ab? Dann ist es keine Kleinigkeit

Müssen Sie öfter als ein- bis zweimal pro Heizperiode nachfüllen, verliert die Anlage irgendwo Wasser oder Druck. Typische Ursachen:

  • Defektes Ausdehnungsgefäß – der Klassiker: Der Druck schwankt stark zwischen warm und kalt.
  • Undichtigkeit im Leitungsnetz – oft unsichtbar in Wand oder Estrich; feuchte Stellen ernst nehmen.
  • Sicherheitsventil tropft – erkennbar an Wasserspuren am Ablauftrichter.
  • Mikroleckagen an Verschraubungen – weiße Kalkspuren an Fittings sind ein Warnsignal.

In diesen Fällen sollte ein Monteur die Anlage prüfen – ständiges Nachfüllen bringt frischen Sauerstoff ins System und beschleunigt Korrosion und Schlammbildung.

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