Heizung entlüften: So werden Ihre Heizkörper wieder richtig warm

Von Christian Lohmann, Inhaber & Heizungsbaumeister · Stand: August 2026

Ein Heizkörper, der gluckert, oben kalt bleibt oder gar nicht mehr warm wird, hat meist Luft im System. Entlüften kostet fünf Minuten pro Heizkörper und spart spürbar Energie – Luftpolster verschlechtern die Wärmeübertragung erheblich.

Das brauchen Sie

  • Entlüftungsschlüssel (Vierkant, im Baumarkt für wenig Geld) – bei manchen Ventilen reicht ein Schlitzschraubendreher
  • Einen kleinen Becher oder ein Tuch für austretendes Wasser

Anleitung in 5 Schritten

  1. Umwälzpumpe abschalten (Therme aus oder Sommerbetrieb) und 30–60 Minuten warten, damit die Luft nach oben steigen kann. Wer es eilig hat, kann auch bei laufender Pumpe entlüften – dann ggf. später wiederholen.
  2. Thermostat voll aufdrehen am betroffenen Heizkörper.
  3. Reihenfolge beachten: Im Haus unten anfangen und Etage für Etage nach oben arbeiten – die Luft sammelt sich in den obersten Heizkörpern.
  4. Ventil öffnen: Becher unter das Entlüftungsventil halten, Schlüssel eine Viertel- bis halbe Umdrehung öffnen. Erst zischt Luft, dann kommt Wasser – sobald ein gleichmäßiger Wasserstrahl ohne Blubbern austritt, Ventil wieder schließen.
  5. Druck kontrollieren: Durch das Entlüften sinkt der Anlagendruck. Manometer prüfen und bei Bedarf Wasser nachfüllen – siehe Heizungsdruck erhöhen.
Gluckert es nach wenigen Tagen wieder? Dann zieht die Anlage irgendwo Luft oder es bildet sich Gas durch Korrosion („Wasserstoffbildung"). Das ist ein Fall für den Fachbetrieb – häufige Ursachen sind ein defektes Ausdehnungsgefäß oder Mikroleckagen.

Heizkörper wird trotz Entlüften nicht warm?

Wenn der Heizkörper nach dem Entlüften unten warm, oben aber weiterhin kalt bleibt – oder komplett kalt bleibt, obwohl andere funktionieren – klemmt oft der Ventilstift unter dem Thermostatkopf. Kopf abschrauben, den kleinen Metallstift mit leichtem Druck bewegen; sitzt er fest, hilft vorsichtiges Lösen mit einer Zange. Bleibt auch das erfolglos, ist das Ventil oder der hydraulische Abgleich das Thema – beides prüft der Monteur bei einem Wartungstermin.

Entlüften als Symptom, nicht als Dauerlösung

Einmal pro Heizperiode entlüften ist normal. Wer aber alle paar Wochen ran muss, kuriert nur das Symptom: Dauerhafte Luft im System beschleunigt Korrosion, verschlammt die Anlage und kostet Effizienz. Eine Störungs-Checkliste für den Akutfall und eine jährliche Wartung beugen dem zuverlässig vor.

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