Heizung entlüften: So werden Ihre Heizkörper wieder richtig warm
Ein Heizkörper, der gluckert, oben kalt bleibt oder gar nicht mehr warm wird, hat meist Luft im System. Entlüften kostet fünf Minuten pro Heizkörper und spart spürbar Energie – Luftpolster verschlechtern die Wärmeübertragung erheblich.
Das brauchen Sie
- Entlüftungsschlüssel (Vierkant, im Baumarkt für wenig Geld) – bei manchen Ventilen reicht ein Schlitzschraubendreher
- Einen kleinen Becher oder ein Tuch für austretendes Wasser
Anleitung in 5 Schritten
- Umwälzpumpe abschalten (Therme aus oder Sommerbetrieb) und 30–60 Minuten warten, damit die Luft nach oben steigen kann. Wer es eilig hat, kann auch bei laufender Pumpe entlüften – dann ggf. später wiederholen.
- Thermostat voll aufdrehen am betroffenen Heizkörper.
- Reihenfolge beachten: Im Haus unten anfangen und Etage für Etage nach oben arbeiten – die Luft sammelt sich in den obersten Heizkörpern.
- Ventil öffnen: Becher unter das Entlüftungsventil halten, Schlüssel eine Viertel- bis halbe Umdrehung öffnen. Erst zischt Luft, dann kommt Wasser – sobald ein gleichmäßiger Wasserstrahl ohne Blubbern austritt, Ventil wieder schließen.
- Druck kontrollieren: Durch das Entlüften sinkt der Anlagendruck. Manometer prüfen und bei Bedarf Wasser nachfüllen – siehe Heizungsdruck erhöhen.
Heizkörper wird trotz Entlüften nicht warm?
Wenn der Heizkörper nach dem Entlüften unten warm, oben aber weiterhin kalt bleibt – oder komplett kalt bleibt, obwohl andere funktionieren – klemmt oft der Ventilstift unter dem Thermostatkopf. Kopf abschrauben, den kleinen Metallstift mit leichtem Druck bewegen; sitzt er fest, hilft vorsichtiges Lösen mit einer Zange. Bleibt auch das erfolglos, ist das Ventil oder der hydraulische Abgleich das Thema – beides prüft der Monteur bei einem Wartungstermin.
Entlüften als Symptom, nicht als Dauerlösung
Einmal pro Heizperiode entlüften ist normal. Wer aber alle paar Wochen ran muss, kuriert nur das Symptom: Dauerhafte Luft im System beschleunigt Korrosion, verschlammt die Anlage und kostet Effizienz. Eine Störungs-Checkliste für den Akutfall und eine jährliche Wartung beugen dem zuverlässig vor.
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