Heizung ausgefallen – was Sie jetzt tun können

Von Christian Lohmann, Inhaber & Heizungsbaumeister · Stand: August 2026

Kalte Heizkörper sind kein Grund zur Panik – in gut einem Drittel der Notdienst-Einsätze liegt die Ursache an etwas, das Sie selbst in wenigen Minuten prüfen und oft sogar beheben können. Diese Checkliste geht die häufigsten Ursachen in der richtigen Reihenfolge durch.

1. Läuft die Therme überhaupt?

Klingt banal, passiert aber ständig: Der Hauptschalter der Therme wurde beim Putzen erwischt, die Zeitschaltuhr steht auf Absenkbetrieb oder eine Sicherung im Sicherungskasten ist gefallen. Prüfen Sie, ob das Display der Therme leuchtet und ob im Sicherungskasten alle Schalter oben stehen.

2. Zeigt das Display eine Störmeldung?

Moderne Gasthermen zeigen einen Fehlercode an (z. B. „F.28" bei Vaillant oder „EA" bei Junkers/Bosch). Notieren Sie den Code, bevor Sie etwas drücken – er verrät dem Monteur am Telefon sofort, was los ist. Eine Übersicht der häufigsten Codes finden Sie in unserem Ratgeber Thermen-Störungscodes.

3. Wasserdruck kontrollieren

Der häufigste Einzelgrund für eine kalte Heizung: zu wenig Druck im System. Das Manometer an der Therme sollte im grünen Bereich stehen, bei den meisten Anlagen zwischen 1,5 und 2 bar. Steht der Zeiger darunter, können Sie selbst Wasser nachfüllen – Schritt für Schritt erklärt im Ratgeber Heizungsdruck erhöhen.

4. Entstörtaste einmal drücken

Nach einem kurzen Stromausfall oder einer einmaligen Störung hilft oft die Entstör- bzw. Reset-Taste (Flammensymbol oder „Reset"). Wichtig: nur einmal drücken. Kommt die Störung wieder, hat sie eine echte Ursache – mehrfaches Entstören kann den Fehler verschleppen und im schlimmsten Fall Bauteile beschädigen.

5. Thermostate und Nachtabsenkung prüfen

Sind alle Heizkörper kalt oder nur einer? Ein einzelner kalter Heizkörper deutet auf Luft im System hin (Anleitung: Heizung entlüften) oder auf ein klemmendes Thermostatventil. Sind alle kalt, prüfen Sie an der Regelung, ob die Anlage versehentlich im Sommer- oder Absenkbetrieb läuft.

6. Gashahn und Gasversorgung

Steht der Gasabsperrhahn an der Leitung zur Therme offen (Hebel in Leitungsrichtung)? Funktioniert der Gasherd, falls vorhanden? Wenn im ganzen Haus kein Gas ankommt, kann auch eine Störung des Netzbetreibers vorliegen – das klärt ein Anruf bei dessen Störungsnummer.

7. Wenn nichts hilft: Anlage aus und anrufen

Bleibt die Heizung kalt, riecht es nach Gas oder tritt Wasser aus: Anlage ausschalten und den Notdienst rufen. Bei Gasgeruch gilt: keine Lichtschalter betätigen, Fenster öffnen, Gebäude verlassen und zuerst den Notruf des Netzbetreibers wählen.

Tipp vom Meister: Schildern Sie am Telefon Fehlercode, Baujahr und Hersteller der Therme. Damit kann der Monteur passende Ersatzteile direkt mitbringen – das erspart in vielen Fällen die zweite Anfahrt.

Wohnung wird kalt: Was ist mit Schimmel und Frost?

Bei einem längeren Ausfall im Winter sollten Sie die Raumtemperatur nicht dauerhaft unter etwa 16 °C fallen lassen – darunter steigt das Risiko von Kondensfeuchte und Schimmelbildung deutlich. Bei Frost sind zusätzlich die Leitungen gefährdet: Türen im Haus offen halten und in frostgefährdeten Räumen (Keller, Dachboden) auf Frostschutz achten. Mieter finden ihre Rechte im Ratgeber Heizungsausfall im Mietrecht.

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